B2L- Saisonbilanz 2025/26
Nach dem unglücklichen Aus im Viertelfinale blicken die Piraten zurück auf eine herausfordernde Saison 2025/26
Starker Saisonstart
Nach dem Gewinn der B2L-Meisterschaft war die Erwartungshaltung an die Wörthersee Piraten für die Spielzeit 2025/26 naturgemäß hoch.
Die Mannschaft unterzog sich einigen wenigen Veränderungen, der Kern der Meistermannschaft konnte jedoch gehalten werden, dementsprechend optimistisch zeigte man sich auch intern am Piraten-Schiff und war zuversichtlich wieder eine gewichtige Rolle bei der erneuten Titelvergabe spielen zu können.
Der Start in die neue Saison verlief sehr erfolgreich, gleich in den ersten beiden Spielen konnten mit Kufstein und Innsbruck die zwei nominell stärksten Konkurrenten in der West-Conference besiegt werden. Die Kontinuität der Mannschaft, die seit einigen Jahren zusammenspielte, war deutlich sichtbar und zeigte sich in weiteren Siegen, die für einen 5:0 Start (u.a. ein erneut deutlicher Erfolg im Stadtderby) sorgte.
Ausfälle…und noch mehr Ausfälle
Dann nistete sich allerdings das Pech bei den Seeräubern ein: Am schwersten wog der krankheitsbedingte Ausfall von Lukas Simoner, der bis zu diesem Zeitpunkt der vielleicht beste Spieler der Liga war – alles in allem sollte Simoner drei Monate ausfallen und erst nach einer Operation im Januar Anfang Februar 2026 sein Comeback geben.
Die restlichen Piraten versuchten während dieser Zeit alles, das Schiff über Wasser, sprich in den vorderen Rängen der Tabelle der West-Conference, zu halten. Dies gelang teilweise überraschend gut. So konnte man immer wieder auch von anderen Ausfällen gebeutelt – im Heimspiel gegen Traiskirchen fehlten Simoner und Shawn Ray, auswärts in Mattersburg musste man neben Simoner noch ohne Holyfield antreten – trotzdem noch weitere Siege (unvergessen sicher auch der Erfolg vor über 500 Zuschauern nach zweifacher Verlängerung im Heimspiel gegen die BBU Salzburg – für viele Zuseher eines der „großartigsten Basketballspiele, die jemals in Klagenfurt stattgefunden haben“).
Dann gab es aber auch Spiele, wo die Ausfälle zu schwer wogen und nicht zu kompensieren waren – die Niederlage auswärts beim Future Team Steiermark (wo sich Tim Huber verletzte und daraufhin mehrere Wochen ausfallen würde) oder auch im Heimspiel gegen Vienna United im Grunddurchgang.
Momentum vor den Playoffs
Ein weiterer bedeutender Sieg (nach wie vor ersatzgeschwächt), der auch gleichzeitig die 7 Spiele andauernde Erfolgsserie vor Beginn der Playoffs einläutete, war der in Mistelbach. Kurz danach kehrte auch Lukas Simoner in den Kader zurück, fand stetig seinen Rhythmus und komplettierte die Mannschaft, die genau richtig zum Zeitpunkt der Playoffs in Schwung kam. Bei den 7 Siegen in Folge gewannen die Seeräuber im Durchschnitt mit einer Differenz von 21 Punkten, dominierten also die Gegner (unter den Siegen gab es auch den 8. Stadtderby-Erfolgin Serie über Kos Celovec).
Im letzten Spiel des Grunddurchgangs gegen Innsbruck musste man dann aber erneut einen Verletzungsschock hinnehmen: Ausgerechnet Lukas Simoner erlitt bei einem Sturz einen Bruch des rechten Handgelenks, eine Verletzung, die das Saisonende für den sich zu diesem Zeitpunkt schon beinahe wieder in absoluter Topform befindlichen Guard der Piraten.
Dies bedeutete, dass man nach einem Grunddurchgang mit 17 Siegen und 5 Niederlagen vom zweiten Platz der West-Conference, gegen den Dritten aus dem Osten, die sehr starke Mannschaft von Vienna United, in die Playoffs starten würde.
Physisches Viertelfinale mit unerwünschtem Ende
Im ersten Spiel der Best-of-Three-Serie setzte es eine Niederlage – gegen die physische Verteidigung der Wiener hatten die Seeräuber große Probleme. Erschwerend kam dann noch der Ausschluss von Andreas Nuck hinzu, der daraufhin auch noch eine mehrere Spiele umfassende Sperre ausfasste.
Die Vorzeichen vor Spiel 2 in Wien standen also nicht günstig, dennoch besannen sich die Piraten auf ihre Tugenden, zeigten trotz ausfallsbedingter kurzer Rotation den Charakter eines Champions und holten den nötigen Sieg, um die Serie zurück nach Klagenfurt zu bringen. Allen voran Shawn Ray spielte mit 39 Punkten groß auf und weigerte sich die Saison schon als beendet zu betrachten.
In Spiel 3 sah es für lange Zeit gut für die Piraten aus, kämpferisch am Limit, spielerisch alles herausholend hatte man das Spiel bis etwas über 4 Minuten vor dem Ende gut im Griff, alles sah nach einem Erfolg der Seeräuber aus. Dann mussten allerdings die Schlüsselspieler Holyfield, Ray und Apschner, laut der Einschätzung der Unparteiischen, innerhalb von wenigen Augenblicken mit fünf Fouls vom Feld und damit gingen den Piraten die Optionen aus, um das Spiel nach Hause zu bringen. Der Lauf der Wiener war nicht mehr zu stoppen und das Saisonende somit besiegelt.
Gesamtbilanz
Wenn man im Viertelfinale ausscheidet kann man natürlich nicht vollends zufrieden sein, blickt man jedoch etwas tiefer, kann man die Saison dennoch als Erfolg betrachten: Erneut konnten knapp 80% der Spiele im Grunddurchgang gewonnen werden und man war in der Lage eine 5-Spiele -und eine 7-Spiele-Siegesserie zu verzeichnen.
Bei den Mannschaftsstatistiken belegte man bei Punkten/Spiel Rang 3 der Liga, man traf die zweitmeisten Dreier bei der zweitbesten Quote. Trotz der durchschnittlich geringen Körpergröße angelte man sich die zweitmeisten Rebounds aller Teams, dazu die drittmeisten (und sehr schwierigen) Offensivrebounds. Bei den Assists war man die Nummer 1 der Liga, was für das ausgezeichnete Teamplay der Mannschaft spricht.
Auch individuell stachen einige Piraten-Akteure heraus: Shawn Ray lieferte erneut eine Saison ab, die ihn in die Konversation des besten Spielers der Liga brachte (Ergebnisse der MVP-Wahl werden erst veröffentlicht werden) – bei Punkte/Spiel belegte er Platz 2, bei den Rebounds/Spiel war er ebenfalls in den Top-5, ebenso bei den Steals/Spiel und bei den Gesamt-Double-Doubles auf Rang 3. Zusätzlich hatte er die zweitbeste Dreierquote vorzuweisen (bei mindestens 30 Versuchen). Beim Effizienzwert war er die Nummer 1 der Liga.
Ebenfalls in den Top-10 bei der Dreierquote fand sich Guard Tim Huber wieder, Jan Apschner nahm Platz 5 in der Liga bei Assists/Spiel ein und der Dauerbrenner am Piraten-Schiff war Marcus Holyfield, er war die Nummer 4 der Liga bei Minuten/Spiel.
Dies alles zeigt das nach wie vor hohe Niveau, auf dem die Piraten Basketball spielen – manchmal kommen leider Faktoren zum Tragen, die trotz eines soliden Fundaments einen größeren Erfolg verhindern. Dies gilt es zu akzeptieren und den Blick nach vorne zu richten, etwas, das bei den Piraten die B2L betreffend bereits passiert.
Danke
Ein spezieller Dank gilt all den Personen, die nicht aktiv am Feld dabei waren, die aber dennoch einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass das Piraten-Schiff auf Kurs bleibt.
Das wären zum einen die vielen Personen, die zum Ablauf des Spielbetriebs beitragen – in sichtbareren und weniger sichtbaren Rollen, als auch die fantastischen Fans, die bei jedem Heimspiel die SH St. Peter in einen „gelben“ Hexenkessel verwandeln und bei schon so manchem großen Rückstand für einen Ruck in der Mannschaft sorgten, der noch ein Umdrehen des Spiels möglich machte (dafür spricht auch die erneut hervorragende Heimbilanz von 10-1). Vielen Dank!
Weiters bedanken sich die Wörthersee Piraten bei all den Sponsoren und Unterstützern, die entscheidend dazu beitragen, dass die sportlichen Entscheidungen in einer Form getroffen werden können, die es ermöglichen, Basketball innerhalb des gegebenen Rahmens auf höchstem Niveau zur Schau stellen zu können. Die Wörthersee Piraten sind dadurch in der Lage, Kärnten, und speziell Klagenfurt, auf eine Art und Weise zu repräsentieren, von der ganz Basketball-Österreich Notiz nimmt. Vielen Dank!
be.a.pirate